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Samstag, 13. Mai 2017

Windenergie ist weder sauber noch grün und sie trägt rein gar nichts zur globalen Energieversorgung bei


Wir müssen dringend mit dieser ökologischen Spielerei aufhören und in Gas und Atomkraft investieren. Von Matt Ridley für www.Spectator.co.uk, 13. Mai 2017

Der Weltenergierat gab kürzlich seinen neuesten Bericht heraus, in dem sie aufgeregt damit prahlen, dass sich "der Aufstieg der Windenergie auf dem Weltenergiemarkt weiter in unbegrenzter Geschwindigkeit fortsetzt, da im letzten Jahr weltweit 54 Gigawatt an sauberem und erneuerbaren Windkraftanlagen installiert wurden".

Von dieser Art Verkündung und den obligatorischen Fotos von Windkraftanlagen in jeder BBC Geschichte oder Flughafenwerbung über Energie könnte man den Eindruck bekommen, dass die Windenergie heute einen großen Anteil an der erzeugten Energie auf der Welt hat. Das wäre falsch. Ihr Beitrag ist nun nach Jahrzehnten - eher Jahrhunderten - des Ausbaus noch immer völlig vernachlässigenswert.

Hier eine Quizfrage; schummeln nicht erlaubt. Gesucht wird die am nahesten liegende ganze Zahl, welchen Prozentsatz an der Weltenergieproduktion die Windenergie im Jahr 2014 beigetragen hat, dem letzten Jahr für das Zahlen vorliegen? Waren es 20 Prozent, 10 Prozent oder vielleicht 5 Prozent? Nichts davon: Es waren 0 Prozent. Das ist die naheste ganze Zahl, es gibt auf dem Planeten Erde noch immer keine Windenergie.

Selbst wenn man Wind- und Sonnenenenergie zusammennimmt, dann kommen noch immer weniger als 1 Prozent an der globalen Energienachfrage zusammen. Im Bericht von 2016 der Internationalen Energieagentur (IEA) zu den Schlüsselentwicklungen im Sektor der Erneuerbaren kann man nachlesen, dass die Windkraft im Jahr 2014 gerade einmal 0,45 Prozent an der Weltenergieversorgung ausmachte und Solar- und Tidenkraftwerke weitere 0,35 Prozent beitrugen. Nicht vergessen, hier geht es um die Energie insgesamt, nicht nur um den Strom, der weniger als ein Fünftel aller gebrauchten Energieformen ausmacht, während der große Rest für die Versorgung mit Wärme, für den Transport und für die Industrie gebraucht wird und aus festen, gasförmigen und flüssigen Treibstoffen besteht.

Solche Zahlen sind nicht allzu schwer zu finden, allerdings werden sie in Berichten der Solar- und Windlobby nur selten erwähnt. Ihr Trick besteht darin sie hinter der Tatsache zu verstecken, dass knapp 14 Prozent der Weltenergieversorgung aus Erneuerbaren besteht, was impliziert, dass es sich dabei um Wind und Sonne handelt. Tatsächlich aber stammt die große Mehrheit davon - es sind drei Viertel - aus Biomasse (vor allem Holz) und ein großer Teil ist ist "traditionelle Biomasse", also Stöcke, Wurzeln und Dung, der von den Armen der Welt verbrannt wird, um sich das Essen zu kochen. Diese Menschen brauchen Energie, aber sie zahlen dafür einen hohen Preis in Form von Geundheitsproblemen, die sie sich wegen der Inhalation von Rauch zuziehen.

Selbst in reichen Länder, wo mit subvetioniertem Wind- und Sonnenenergie herumgespielt wird stammt ein Großteil der erneuerbaren Energie aus der Verbrennung von Holz und aus Wasserkraftwerken, den zuverlässigen unter den Erneuerbaren. Gleichzeitig wächst der Weltenergiebedarf seit 40 Jahren jährlich um 2 Prozent. Zwischen 2013 und 2014, wieder Zahlen der IEA, wuchs die Nachfrage um knapp 2.000 Terawattstunden.

Müsste all das auschliesslich von Windturbinen bedient werden, wie viele müsste man davon wohl jedes Jahr bauen? Die Antwort lautet fast 350.000, da eine 2 MW Turbine im Jahr lediglich 0,005 Terrawattstunden erzeugen kann. Das wären zweieinhalb Mal so viele, wie weltweit gebaut wurden, seitdem die Regierungen Anfang der 2000er damit begannen, Gelder in diese sogenannte Industrie zu pumpen.

Bei einer Dichte von ungefähr 20 Hektar pro Megawatt, was typisch ist für Windfarmen, bräuchten diese Turbine eine Landfläche größer als die britischen Inseln plus Irland. Jedes Jahr. Würden wir über 50 Jahre so weitermachen, dann wäre am Ende eine Fläche komplett mit Windrädern vollgestellt, die der Größe Russlands entspricht. Man darf nicht vergessen, dass es dabei nur um den Neubedarf an Energie geht, nicht darum, den riesigen, bereits bestehenden fossilen Energieproduktionspark zu ersetzen, der aktuell etwa 80 Prozent der globalen Energienachfrage bedient.

Man darf sich auch nicht in die Vorstellung flüchten, dass Windturbinen ja noch effizienter werden. Es gibt eine Grenze, bis zu der man Energie aus einer sich bewegenden Flüssigkeit ziehen kann, die Betz Grenze, und Windturbinen sind bereits nahe dran. Ihre Effektivität (der Ladungsfaktor, um einen Ingenieursbegriff zu verwenden) wird vom verfügbaren Wind bestimmt und dieser variiert unkontrollierbar von Sekunde zu Sekunde, von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr.

Als Maschinen sind Windturbinen bereits ziemlich gut; das Problem ist die Windressource selbst und die können wir nicht ändern. Es handelt sich um einen fluktuierenden Strom aus Energie mit niedriger Dichte. Die Menschheit hat schon lange aufgehört, kritische Transport- und Maschinenenergie aus ihr zu ziehen, und zwar aus gutem Grund. Sie ist einfach nicht allzu verlässlich.

Was den Konsum der Ressourcen und den Einfluss auf die Umwelt betrifft, so gibt es direkte Auswirkungen durch Windturbinen - Vögel und Fledermäuse müssen sterben, Betonfundamente müssen in der Natur versenkt werden - das ist schlimm genug. Aus den Augen und aus dem Sinn aber ist die Verschmutzung in der Inneren Mongolei aufgrund des Schürfens Seltener Erden für die Magnete in den Turbinen. Das erzeugt giftigen und radioaktiven Müll in einem epochalen Ausmaß, weswegen die Phrase "saubere Energie" einfach nur ein kranker Witz ist und die Minister sich jedes Mal schämen sollten, wenn er über ihre Lippen kommt.

Aber es wird noch schlimmer. Abgesehen von den Fiberglasblättern sind Windturbinen überwiegend aus Stahl gebaut und stehen auf Zementfundamenten. Sie brauchen 200 Mal so viel Material pro Einheit als ein modernes kombiniertes Heizkraftwerk. Stahl wird mit Hilfe von Kohle hergestellt und nicht nur, um damit die Hitze für den Schmelzprozess zur Verfügung zu stellen, sondern auch um den Kohlenstoff für das Verbundmaterial zu liefern. Auch Zement wird oftmals aus Kohle hergestellt. Die Maschine zur Erzeugung "sauberer" erneuerbarer Energie ist ein Produkt der fossilen Energiewirtschaft und größtenteils eines der Kohlewirtschaft.

Eine 2 Megawatt Turbine wiegt mit Turm, Maschinenhaus, Rotor und Blätter etwa 250 Tonnen. Insgesamt braucht es etwa eine halbe Tonne Kohle, um eine Tonne Stahl zu erzeugen. Dazu kommen 25 Tonnen Kohle für den Zement, was sich auf 150 Tonnen Kohle pro Turbine summiert. Würden jährlich 350.000 Windturbinen gebaut (oder gerne eine kleinere oder größere Anzahl), nur um mit dem steigenden Energiebedarf mithalten zu können, dann bräuchte es jedes Jahr insgeamt 50 Millionen Tonnen an Kohle. Das entspricht in etwa der Hälfte des jährlichen Kohleverbrauchs der EU.

Es tut mir leid, falls Sie dies bereits wussten, aber ich habe ein kommerzielles Interesse an Kohle. Nun scheint es so, als würde mir das schwarze Zeugs auch ein kommerzielles Interesse an "sauberer" grüner Windenergie geben.

Der Sinn hinter dieser Zahlenspielerei besteht darin zu zeigen, wie völlig sinnlos es ist - zwar von Grund auf - auch nur zu denken, dass Windenergie jemals einen bedeutenden Anteil an der Weltenergieversorgung erlangen könnte, nicht zu sprechen von der Emissionsreduktionen, ohne dabei gleichzeitig den Planeten zu ruinieren. Wie der verstorbene David MacKay vor einigen Jahren meinte spricht die Mathematik eindeutig gegen solche unzuverlässige Erneuerbare.

Die Wahrheit ist, dass wer eine Zivilisation mit Strom versorgen, dabei aber weniger Treibhausgase ausstossen will, der muss die Produktion für Wärme, Transport und Strom hin auf Erdgas umstellen, von denen es - dank horizontalem Bohren und hydraulischem Fracking - wirtschaftlich abbaubare Reserven gibt, die weit größer sind, als wir jemals geträumt haben. Es handelt sich auch um den fossilen Energieträger mit den geringsten Emissionen, wordurch die Emissionsintensität unserer Wohlstandsschaffung tatsächlich sinken könnte, während der Wohlstand weiter steigen kann. Eine gute Nachricht.

Und wir könnten etwas von unserem Wohlstand in die atomare Spaltung und Fusion investieren, damit wir in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts nicht mehr auf Gas angewiesen sind. Das wäre eine machbare und saubere Zukunft. Alles andere ist nur eine politische Ersatzaktivität, eine, die als Klimapolitik in Wahrheit kontraproduktiv ist und beschämenderweise die Armen beraubt und die Reichen reicher macht.





Im Original: Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy

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