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Freitag, 31. März 2017

Nur Wochen vor der Wahl zeigen Frankreichs Sozialisten Auflösungserscheinungen

Droftrottel auf Französisch.. wobei, eher Totengräber

Frankreichs regierende Sozialistische Partei lag am Donnerstag in Scherben, nachdem der ehemalige Ministerpräsident Manuel Valls den offiziellen Präsidentschaftskandidaten der Partei verschmähte und statt dessen dem unabhängigen Zentristen Emmanuel Macron seine Unterstützung zusagte. Für www.Breitbart.com, 30. März 2017

Valls Unterstützungserklärung für Macron besiegelt den Riss zwischen dem, was der ehemalige Ministerpräsient beschrieb als "zwei unvereinbare Linke" - einer, die noch immer den Klassenkampf zelebriert und vom Präsidentschaftskandidaten Benoit Hamon repräsentiert wird und die andere, reformistische Linke um Valls.

Die letzten sozialistischen Anführer schafften es zwar, die Partei zusammenzuhalten, aber unter Präsident Francois Hollande brach der stille Nichtangriffspakt der beiden Flügel, wodurch die Partei nun heillos zerstritten ist.

Die Zeitung Le Parisien sagte, Valls Ablehnung von Hamon - einem linken Rebellen, der 2014 wegen deren unternehmerfreundlichen Politik aus der Regierung zurücktrat - war der finale "Nagel im Sarg" der Partei.

Die Partei von Francois Mitterrand, die seit den 1970ern als Sammelbecken der Linken diente "starb gestern, völlig ohne Antriebskraft und erodiert von ideologischen und persönlichen Rivalitäten," so die Zeitung.

Valls Nicken zu Macron kommt nun weniger als einen Monat vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 23. April, wobei die Umfragen Macron und die rechte Anführerin Le Pen Kopf an Kopf zeigen.

Hamon läuft auf dem fünften Platz hinterher, hinter dem konservativen Kandidaten Francois Fillon und dem von den Kommunisten unterstützten Radikalen Jean-Luc Melenchon.

Vom sozialistischen Kandidat wurde bereits erwartet, dass er aufgrund der fünf glanzlosen Jahre unter dem unbeliebten Hollande Probleme bekommen würde.

Valls sagte über seine Entscheidung für Macron, der im letzten Jahr aus der sozialistischen Regierung austrat, um seine eigene Bewegung En Marche (Auf dem Marsch) aufzubauen - und die sich weder als rechts, noch als links einordnet - dass es "mehr eine Sache des Herzens war und weniger aus Vernunft".

"Ich denke, man sollte für die Republik keine Risiken eingehen," sagte Valls und meinte, er habe das "Vernünftige" getan, als er sich für den Kandidaten entschied, von dem angenommen wird, dass er Le Pen bei der zweiten Wahlrunde im Mai schlagen kann.

Für viele auf der Linken ist diese Unterstützung allerdings ein Akt des Verrats, nachdem Valls im Januar versprach, den Gewinner der sozialistischen Vorwahlen zu unterstützen, in der er nur den zweiten Platz belegte.

Ein wütender Hamon rief die Wähler am Mittwoch dazu auf, jene abzulehnen, die "(mir) in den Rücken fielen."

Ein sozialistischer Aktivist aus Marseille erstatte Anzeige gegen Valls wegen "Vertrauensbruch" und sagte, dessen Verleugnung von Hamon sei "der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte".

"Er (Valls) verlor) bei den Vorwahlen," so Sylvie Lyons-Noguier gegenüber AFP, während sie Valls auch zum Parteiaustritt aufrief. "Es lag an ihm, eine Brücke zu schlagen" zu Hamon.


Keine Bettgenossen mehr

Für Henry Rey, ein Politwissenschaftler an der Science Po Universität in Paris gibt es keine zwei, sondern drei Linke in Frankreich: Ein liberales und durch Valls und Macron vertretenes Lager, ein sozialdemokratisches Lager, das von Hamon angeführt wird und das radikale Lager mit dessen Führungsfigur Melenchon - der nun der führende Präsidentschaftskandidat der Linken ist.

Am Mittwoch wies ein angriffslustiger Melenchon einen verzweifelten Aufruf von Hamon zurück, dass sich die beiden Lager zusammenschliessen sollten. Rey sagte:


"Es ist klar, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen linken Lager nicht mehr länger funktioniert, was mit dem desaströsen Ende von Hollandes Präsidentschaft eindeutig gezeigt wird.

Die Grenzen werden nun neu gezogen, was auch eine Voraussetzung für eine Neuorganisationen der Linken insgesamt ist."

Die Grenzen verschoben sich gleichzeitig auch weiter nach rechts, wo Macron und die nationalistische Le Pen dem skandalerschütterten Fillon die Unterstützung abgraben. Politanalyst Pascal Perrineau sagte:

"Es fühlt sich an, als würden die alten politischen Kräfte vor unseren Augen sterben."

Thibaut Rioufreyt, ein Forscher der Sciencs Po in Lyon warnte dagegen vor dem Todschreiben der Sozialistischen Partei (PS). Er schrieb in der Zeitung La Croix:

"Die PS wurde eine Föderation von Lokalpolitikern. Sie wird weiterhin existieren, aber ihre Positionierung wird sich verändern."







Im Original: French Socialists Collapsing Just Weeks Before Election

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